Gewächshaus

Heizen mit Abwärme aus der KVA Linth

Die KVA Linth verarbeitet jedes Jahr über 110'000 Tonnen Kehricht. Die Abwärme wird zur Produktion von Ökostrom und für das eigene Fernwärmenetz verwendet. Bei der Stromproduktion bleibt Abwärme mit einer Temperatur von ungefähr 45°C übrig. Diese Restwärme wird heute mittels grossem Energieaufwand zuerst heruntergekühlt und anschliessend nutzlos an die Umwelt abgebeben.

Anstatt diese Restwärme aus dem Verbrennungsprozess ungenutzt an die Umwelt abzugeben, kann sie zur Beheizung von Gewächshäusern verwendet werden. Dadurch würden jährlich bis zu 10'000 Tonnen CO2 eingespart und die CO2-Belastung im Kanton Glarus ginge um 5 Prozent zurück.

Knackig frisches Gemüse - aus der Region, für die Region

Dank der Produktion von Gemüse in klimaneutral betriebenen Gewächshäusern können Gemüseimporte aus Marokko, Spanien und den Benelux-Ländern verringert werden. Durch die wegfallenden Transporte sinkt die Feinstaub- und Stickoxidbelastung. Zudem ist die Versorgungssicherheit auch in Krisenzeiten und bei geschlossenen Grenzen jederzeit gewährleistet.

Es entstehen Arbeitsplätze mit vielseitigen Anforderungsprofilen

Mit dem Bau der Gewächshäuser durch einen privaten, noch nicht bestimmten Gemüseproduzenten, entstehen neue Arbeitsplätze. Neben Erntehelfern sind auch Fach- und Führungskräfte gefragt.

Warum ist für den Bau und den Betrieb eines Gewächshauses eine Umzonung erforderlich?

Die Liegenschaft zwischen Niederurnen und Bilten ist heute in der Landwirtschaftszone. Für den Betrieb der Gewächshäuser ist eine Umzonung in die Landwirtschaftszone für besondere Nutzung nötig. Am 19. September 2020 stimmen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Glarus Nord über die Nutzungsplanung II ab. Dabei steht auch die Umzonung von 11 Hektaren für Gewächshäuser zur Diskussion. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben es also in der Hand, dieses zukunftsgerichtete Projekt zu ermöglichen.

 

Haben Sie gewusst....?

  • Gewächshäuser eignen sich besonders für Gemüse, die immer wieder nachwachsen. Dies sind zum Beispiel: Tomaten, Gurken, Auberginen, Peperone. Auch Salate, Kräuter und Beeren können ganzjährig angebaut werden.
     
  • In der Aufzucht von Gemüse ist der Platzbedarf im Freiland fünf- bis siebenmal grösser als im Gewächshaus.
     
  • Der Betreiber des Gewächshauses ist noch nicht bestimmt. Die KVA Linth konzentriert sich auf ihre Kernkompetenzen und stellt für das Projekt die Heizenergie zur Verfügung.
     
  • Wird das Gewächshaus irgendwann zurückgebaut, kann der Boden wieder instand gestellt werden. Fruchtfolgeflächen werden nicht zerstört.
     
  • Der Anbau in Gewächshäusern kommt fast ohne Pflanzenschutz- und Unkrautvertilgungsmittel aus. Schädliche werden effizient mit Nützlingen bekämpft. Auch sind Pflanzen im Gewächshaus optimal vor Wettereinflüssen geschützt.