Fernwärme

Die KVA Linth nutzt die Abwärme der Verbrennungsöfen für den Betrieb eines eigenen Fernwärmenetzes.

Das Fernwärmenetz der KVA Linth funktioniert wie eine grosse Zentralheizung. Statt, dass in jedem Gebäude individuell Wärme erzeugt wird, übernimmt die KVA als zentraler Wärmeproduzent die Versorgung einer ganzen Region. 

  • Heizen mit Fernwärme – kurz erklärt

    Bei der Abfallverbrennung entsteht Abwärme. Diese wird genutzt, um Wasser auf 75 bis 105 Grad Celsius aufzuheizen. Das heisse Wasser wird durch ein Rohrleitungssystem zu den Fernwärmekunden transportiert. Mittels Wärmeübergabestation wird das heisse Wasser aus der Vorlaufleitung an das hauseigene Heizsystem übertragen. Das abgekühlte Wasser fliesst durch die Rücklaufleitung zurück zur KVA Linth. Dort wird es erneut erhitzt und gelangt wieder in den Vorlauf. Das Ganze ist ein geschlossener Kreislauf.

  • Wie nachhaltig ist Fernwärme?

    Fernwärme ist äusserst ökologisch. Da sie vollständig aus Abwärme erzeugt wird, ist sie zu 100 Prozent CO2-neutral. Die Fernwärme ist ein nützliches Nebenprodukt und entlastet die Umwelt von Schadstoffemissionen. Die Ökobilanz von Fernwärme ist sogar noch besser als jene von Solarkollektoren, kleinen Holzheizungen oder Geothermie-Anlagen.

  • Wer kann anschliessen?

    Es können Ein- und Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude sowie Industrie- und Gewerbebetriebe ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Schon länger ans Netz angeschlossen sind unter anderem die Raststätte Glarnerland, die Berufsschule Ziegelbrücke oder das Gewerbezentrum Fennen. Ein wichtiger Meilenstein zum Ausbau des Fernwärmenetzes war der Anschluss der Eternit (Schweiz) AG im Winter 2017/2018.
    Ab diesem Sommer wird zwischen dem Knotenpunkt Eternit und dem Kreisel Näfels eine Verbindungsleitung realisiert, so dass anschliessend via kantonale Stichstrasse auch Näfels mit Heizenergie versorgt werden kann.

  • Was kostet die Fernwärme?

    Unter Berücksichtigung der Investitions-, Unterhalts- und Energiekosten ist Fernwärme in der Regel günstiger als andere Heizsysteme. Der Anschluss ist deshalb auch ökonomisch interessant. Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

     

    Einmalige Kosten

    Beim Anschluss an das Fernwärmenetz beteiligt sich der Fernwärmekunde an den Kosten für die Hauszuleitung (Anschlussgebühr) und übernimmt die Anschaffung sowie die Installation der Übergabestation (Wärmetauscher).

     

    Jährliche Kosten

    Die Kosten für den Wärmebezug setzen sich aus dem Grundund dem Arbeitspreis zusammen. Der Grundpreis deckt die Betriebskosten der Fernwärme-Infrastruktur ab. Mit dem Arbeitspreis werden die Kosten für die bezogene Wärme berechnet. Der Grundpreis bleibt über 20 Jahre unverändert und der Arbeitspreis ist an den Landesindex der Konsumentenpreise gekoppelt. Damit sind die Kosten langfristig stabil und kalkulierbar.

     

    Download Tarifblatt

  • Wie ist der weitere Netzausbau geplant?

    Nun ist bereits die nächste Ausbauetappe in Vorbereitung. Bis voraussichtlich Herbst 2021 realisiert der Kanton Glarus die Stichstrasse Näfels–Mollis. Die KVA Linth nutzt die Gelegenheit und legt eine Fernwärmeleitung ein. Um die Lücke zwischen dem Knotenpunkt Eternit und der Stichstrasse zu schliessen, ist eine 1,8 Kilometer lange Verbindungsleitung erforderlich. Der Bau der Verbindungsleitung erfolgt ab Herbst 2020. Der weitere Netzausbau Richtung Näfels und Mollis via Stichstrasse ist abhängig vom Bauprojekt des Kantons Glarus. Diese Bauarbeiten wurden im Herbst 2018 gestartet und dauern voraussichtlich drei Jahre.

    Das Gesetz fordert von Kehrichtverbrennungsanlagen eine hohe Energieabgabe. Die Fernwärmeleitung ist deshalb so angelegt, dass ein fortlaufender Ausbau des Netzes möglich ist. Die KVA Linth nutzt die Fernwärme auch zur Beheizung der eigenen Gebäude. Mit dem Ausbau der Fernwärme steigert sie den Absatz in den nächsten Jahren um ein Vielfaches.

Produkte & Dienstleistungen rund um die Fernwärme

Das Fernwärmenetz ist ein Heizsystem mit Potential.

Vorteile


  • langfristig kalkulierbare und stabile Kosten
  • transparente, faire Preisgestaltung
  • saubere, umweltfreundliche Energie aus der Abwärme der KVA Linth
  • hohe Versorgungssicherheit
  • viel Komfort für den Benutzer
  • grosse Platz-Einsparung (Heizraum, Öltank, Kamin)
  • keine Geruchs-, Russ- und Lärmemissionen
  • minimaler Wartungsaufwand
  • Der Kanton Glarus fördert Energieeffizienzmassnahmen und die Nutzung von erneuerbaren Energien. Der Anschluss an das Fernwärmenetz ist beitragsberechtigt. Weitere Informationen unter www.gl.ch

Interessiert?


  • Ermitteln Sie den Wärmebedarf für Ihr Objekt (Anschlussleistung/ Jahresverbrauch). Fragen Sie dafür am besten einen Heizungsinstallateur oder -planer.
  • Nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder bitten Sie Ihren Heizungsinstallateur darum. Eine erste Vorabklärung kann mit dem Formular "Vorabklärung Hausanschluss" angefragt werden. 
  • Gerne prüfen wir Ihre Anfrage und zeigen Ihnen im Gespräch die aktuellen und zukünftigen Anschlussmöglichkeiten auf.

 

 

 

 

 

Prozessdampf

für Industrie und Gewerbe

Nebst der klassischen Beheizung von Gebäuden kann die KVA Linth bei entsprechender Wirtschaftlichkeit Prozessdampf von mehreren hundert Grad für Industrie und Gewerbe anbieten.

Für eine detaillierte Abklärung nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

Gewächshaus

Heizen mit Abwärme aus der KVA Linth

Die KVA Linth verarbeitet jedes Jahr über 110'000 Tonnen Kehricht. Die Abwärme wird zur Produktion von Ökostrom und für das eigene Fernwärmenetz verwendet. Bei der Stromproduktion bleibt Abwärme mit einer Temperatur von ungefähr 45°C übrig. Diese Restwärme wird heute mittels grossem Energieaufwand zuerst heruntergekühlt und anschliessend nutzlos an die Umwelt abgebeben.

Anstatt diese Restwärme aus dem Verbrennungsprozess ungenutzt an die Umwelt abzugeben, kann sie zur Beheizung von Gewächshäusern verwendet werden. Dadurch würden jährlich bis zu 10'000 Tonnen CO2 eingespart und die CO2-Belastung im Kanton Glarus ginge um 5 Prozent zurück.

Knackig frisches Gemüse - aus der Region, für die Region

Dank der Produktion von Gemüse in klimaneutral betriebenen Gewächshäusern können Gemüseimporte aus Marokko, Spanien und den Benelux-Ländern verringert werden. Durch die wegfallenden Transporte sinkt die Feinstaub- und Stickoxidbelastung. Zudem ist die Versorgungssicherheit auch in Krisenzeiten und bei geschlossenen Grenzen jederzeit gewährleistet.

Es entstehen Arbeitsplätze mit vielseitigen Anforderungsprofilen

Mit dem Bau der Gewächshäuser durch einen privaten, noch nicht bestimmten Gemüseproduzenten, entstehen neue Arbeitsplätze. Neben Erntehelfern sind auch Fach- und Führungskräfte gefragt.

Warum ist für den Bau und den Betrieb eines Gewächshauses eine Umzonung erforderlich?

Die Liegenschaft zwischen Niederurnen und Bilten ist heute in der Landwirtschaftszone. Für den Betrieb der Gewächshäuser ist eine Umzonung in die Landwirtschaftszone für besondere Nutzung nötig. Am 19. September 2020 stimmen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Glarus Nord über die Nutzungsplanung II ab. Dabei steht auch die Umzonung von 11 Hektaren für Gewächshäuser zur Diskussion. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben es also in der Hand, dieses zukunftsgerichtete Projekt zu ermöglichen.

 

Haben Sie gewusst....?

  • Gewächshäuser eignen sich besonders für Gemüse, die immer wieder nachwachsen. Dies sind zum Beispiel: Tomaten, Gurken, Auberginen, Peperone. Auch Salate, Kräuter und Beeren können ganzjährig angebaut werden.
     
  • In der Aufzucht von Gemüse ist der Platzbedarf im Freiland fünf- bis siebenmal grösser als im Gewächshaus.
     
  • Der Betreiber des Gewächshauses ist noch nicht bestimmt. Die KVA Linth konzentriert sich auf ihre Kernkompetenzen und stellt für das Projekt die Heizenergie zur Verfügung.
     
  • Wird das Gewächshaus irgendwann zurückgebaut, kann der Boden wieder instand gestellt werden. Fruchtfolgeflächen werden nicht zerstört.
     
  • Der Anbau in Gewächshäusern kommt fast ohne Pflanzenschutz- und Unkrautvertilgungsmittel aus. Schädliche werden effizient mit Nützlingen bekämpft. Auch sind Pflanzen im Gewächshaus optimal vor Wettereinflüssen geschützt.

 

Strom

Mit der Verbrennungswärme erzeugt die KVA Linth aus rund 110'000 Tonnen Abfall 81'000 Megawattstunden Strom pro Jahr, die Hälfte davon ist Ökostrom.

Rund 50 Prozent des Abfalls, der in der KVA Linth abgegeben wird, besteht aus erneuerbaren Stoffen, wie beispielsweise Holz, Textilien oder Speiseabfälle. Die KVA Linth nutzt die Energie aus diesen Abfällen für die Stromproduktion. Dadurch braucht es weniger Rohstoffe wie Kohle, Erdöl oder Gas. So leistet die KVA Linth einen wichtigen Beitrag zur Schonung der Umwelt. 

 

So funktioniert die Stromproduktion:


Beim Verbrennungsprozess entsteht Wasserdampf. Dieser gelangt über Rohrleitungen zu einer Dampfturbine und treibt diese an. Die Dampfturbine setzt wiederum einen Generator in Bewegung, welcher Strom produziert. Der Wasserdampf ist nach der Stromproduktion weiter vorhanden. Er wird in der Luftkondensationsanlage verflüssigt, wobei das gewonnene Wasser erneut zur Erzeugung von Dampf verwendet werden kann.

Mit der jährlich produzierten Energiemenge können 16'000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden. Einen grossen Teil des Stromes speist die KVA Linth ins lokale Netz ein. Der Rest wird für den Eigenbedarf, für den Betrieb der Anlage und weiterer Gebäude, verwendet. 

Übrigens: Auch die auffällig beschrifteten Dienstfahrzeuge der KVA Linth fahren mit selbst produziertem Öko-Strom. Sie dienen als Botschafter für die umweltschonende Ressourcenwirtschaft der KVA Linth. Aufgeladen werden die Fahrzeuge an den insgesamt fünf Ladestationen auf dem Firmenareal, welche auch unseren Geschäftspartnern und Mitarbeitenden zur Verfügung stehen.

 

 

 

So viel Energie steckt in einem Abfallsack

In einem 35-Liter-Kehrichtsack (ca. 5 Kilo) steckt thermische Energie von 15 KWh und entspricht 1,5 Litern Heizöl. 1 KWh verbraucht ein Staubsauger bei einer Leistung von 2400 Watt in 25 Minuten. 3,5 KWh benötigt man, um ein Smartphone ein Jahr lang aufzuladen. 15 KWh verbraucht ein E-Bike auf 1’000 Kilometern: Das entspricht der Strecke zwischen Niederurnen und Hamburg und sogar noch etwas darüber hinaus. 100 KWh verbrauchen 4 Personen pro Woche in einem Einfamilienhaus.

Recycling

Von den rund 330 Tonnen Kehricht, welche die KVA Linth jeden Tag verwertet, sind rund zehn Tonnen Metall – ein Grossteil davon wird zurückgewonnen.

Eisen, Aluminium, Kupfer, Zink und sogar Silber und Gold landen täglich in der KVA Linth. Seit dem Jahr 2011 ist in der KVA Linth eine Schlackenaufbereitungsanlage in Betrieb. Metall wird mit Hilfe von Wirbelstrommagneten und sensorgesteuerten Sortiermaschinen zurückgewonnen und in den Stoffkreislauf zurückgegeben. Diese Art von Recycling entlastet die Umwelt nachhaltig. Die KVA Linth gehört zu den Technologieführerinnen in der Schweiz im Bereich der Reststoffaufbereitung. Im Bereich der Metallrückgewinnung hat sie zusammen mit Partnern entsprechende Lösungen mitentwickelt.

Flugaschenwäsche

Die KVA Linth betreibt seit 2001 eine Anlange zur Reinigung von Flugasche – eine Dienstleistung auch für andere KVA.

Bei der Verbrennung von Kehricht bleibt schwermetallhaltige Flugasche zurück. Die KVA Linth verfügt über die nötige Infrastruktur, um die Asche zu reinigen. Als positiver Nebeneffekt werden dabei Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Zink oder Kupfer zurückgewonnen. Die gereinigte Flugasche wird zusammen mit der Kehrichtschlacke in die Deponie gebracht, wo sie bedenkenlos gelagert werden kann.

 

 

 

Seit Januar 2016 ist in der Schweiz eine neue Abfallverordnung in Kraft. Dadurch wird die Flugaschenwäsche FLUWA ab dem Jahr 2021 für alle Kehrichtverbrennungsanlagen obligatorisch.

 

 

Die Anlage verfügt über genügend Kapazität, so dass die Flugasche von anderen Betrieben mitgewaschen werden kann, die über keine eigene Anlage verfügen. Aktuell wird in Niederurnen die Flugasche der KVA Thurgau und der KVA Limeco, Dietikon behandelt. Da die KVA Linth bereits seit dem Jahr 2001 eine solche Anlage betreibt, konnte sie ein enormes Knowhow aufbauen, von dem die Anlieferbetriebe nun profitieren.

Rauchgasreinigung

Durch die Reinigung von Rauchgas wird die Umwelt nachhaltig entlastet.

Die durch den Verbrennungsprozess entstehende schadstoffbelastete Abluft wird in mehreren Stufen gesäubert. Der Elektrofilter reinigt das Rauchgas von umweltbelastendem Staub. In einem mehrstufigen Verfahren werden mittels Wäscher weitere Schadstoffe aus dem Rauchgas ausgewaschen: Schwefeloxide, Chlor- und Fluor-Wasserstoff, Schwermetalle wie Quecksilber und andere. Die Abluft, welche die KVA Linth über den 100 Meter hohen Hochkamin verlassen, unterschreiten die zulässigen Grenzwerte um ein Vielfaches. 

 

Auch das Abwasser aus der Rauchgasreinigung enthält Schadstoffe. Es wird in einem komplexen Verfahren gesäubert, bevor es nach einer Schlusskontrolle in den Vorfluter gelangt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Umweltmonitoring

Durch die Rauchgasreinigung wird auch der benachbarte Wald entlastet. Dies belegen die Untersuchungen des Baumbestandes, welche in den letzten rund 40 Jahren von der forstlichen Versuchsanstalt durchgeführt wurden. Die Messungen zeigen die Wirksamkeit der Rauchgasreinigungsanlagen deutlich auf. Die Schadstoffbelastung der Pflanzen (Chlorid und Schwermetalle) haben sich laufend reduziert und sind kaum mehr nachweisbar.